CITROËN SM

Der Citroën SM ist ein von Juli 1970 bis Mai 1975 vom französischen Autohersteller Citroën gebautes Sportcoupé  der Oberklasse. Das Fahrzeug wurde im März 1970 auf dem Genfer Auto-Salon der Öffentlichkeit vorgestellt. Die genaue Bedeutung des Kürzels SM als Modellbezeichnung ist unklar. Sicher ist lediglich, dass das M in Anlehnung an die Technik für Maserati steht. Bei der Präsentation des SM trugen die C-Säulen noch den Schriftzug Citroën-S-Maserati statt des späteren SM-Schriftzugs. Das spricht sehr für eine der plausibelsten Deutungen des Kürzels: (Citroën) Série Maserati. Laut Olivier de Serres stammt das S jedoch von Sport, der Zusatzbezeich-nung der in den 1960er-Jahren verfolgten Projekte eines DS Sport. Die Anhänger dieses exklusiven Automobils scherzen hingegen, SM sei die Abkürzung für Sa Majesté.

Die selbsttragende Karosserie des SM, wie auch die der Modelle GS  und CX, gestaltete Robert Opron. Der Citroën SM gilt noch heute als Stil-Ikone.

 

Das Fahrzeug wurde mit einem Sechszylinder-V-Motor von Maserati ausgestattet, da Citroën damals mit 60 Prozent Anteileigner bei der Maserati Spa war.

Es gab verschiedene Hubraumvarianten: 2,7 Liter mit 154, 170 oder 178 PS  und 3,0 Liter mit 180 PS. Bei Citroën wurden zwar seit Beginn der 1960er-Jahre eigene V6- und V8-Motoren entwickelt, jedoch scheute man bis zuletzt die Umsetzung in ein Serienprodukt. 1968 wurde die endgültige Entwicklung des Motors für den SM der Maserati Spa übertragen. Verantwortlicher Chefingenieur bei Maserati war damals Giulio Alfieri.

Die Zylinder des Maserati-Motors stehen in einer V-Anordnung von 90°. Der Motor wurde von Konstrukteur Alfieri eigens für den durch die Verwandtschaft zum D-Modell definierten Motorraum konstruiert. Daher ist er kompakt und trotz vier obenliegender Nockenwellen verhältnismäßig niedrig. Ein Ergebnis des für den Massenausgleich ungünstigen V-Winkels war der für einen Sechszylinder recht raue und laute Motorlauf, der gar nicht zum sonstigen Charakter des SM (Szenejargon: Fliegendes Sofa) passte. Da der Motor mit der Abtriebsseite nach vorn direkt vor der Spritzwand saß, hatte er eine kettengetriebene, mit halber Kurbelwellendrehzahl laufende Zwischenwelle, die nicht nur über weitere Ketten die vier Nockenwellen, sondern auch sämtliche Nebenantriebe wie Wasserpumpe, Hydraulikpumpe, Lichtmaschine, und Klimakompressor antrieb.

Das Fünfganggetriebe lag längs vor der Vorderachse und war mit dem Differential verblockt. Zeitweise stand auch eine Dreistufenautomatik mit hydraulischem Drehmomentwandler von Borg-Warner zur Wahl. Direkt auf den Differentialausgangswellen saßen die Bremsscheiben der vorderen Scheibenbremsen. Durch die innenliegenden Bremsen ließ sich ein kleiner Lenkradius realisieren, ohne die Einpresstiefe der Radschüsseln allzu sehr zu vergrößern.

Das Achsenlayout entsprach im Wesentlichen (Einzelradaufhängung) dem des DS und GS, bis auf die nach vorn neben dem Getriebe verlegten Hilfsrahmen mit den inneren Aufhängungspunkten der Querlenker und Gasfederkugeln.

Der Citroën SM war mit einer sehr aufwendigen Ausführung der von Citroën patentierten Hydropneumatik ausgestattet, die in den 1950er-Jahren für den DS entwickelt wurde. Auch Lenkung und Bremsen sind mit diesem hydraulischen System verbunden.

Die Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servowirkung ist kurz übersetzt (zwei Lenkradumdrehungen zwischen den Anschlägen) und kehrt auch im Stand selbstständig in die Mittellage zurück, sobald das Lenkrad losgelassen wird.

Das Bremspedal ist klein und rund ("Bremspilz") und gibt beim Treten kaum nach.

 

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 220 km/h war der Wagen lange Zeit das schnellste Serienfahrzeug mit Frontantrieb. Für eine hohe maximale Beschleunigung war das Fahrzeug bei der gegebenen Leistung allerdings zu schwer. Die Karosserie hat einen Luftwiderstandswert (Cw) von 0,33.

                              

                            

 

Der Maserati-Motor und die grünen Federelemente der Hydropneumatik.

Impressionen aus der Werkstatt

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